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Angesichts der Reden des Vizekanzlers und Außenministers der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Guido Westerwelle kann dieser Eindruck durchaus entstehen.
Wir wurden auf einen Beitrag im Forum der FDP aufmerksam gemacht, den wir als Bildschirmfoto anfügen.
Marktradikalen Kapitalismus vollenden
geschrieben von: Miracolix (IP gespeichert)
erstellt am: 16. February 2010 10:25
Es sieht nicht so aus, als hätten wir eine Alternative. Westerwelles Ausfall gegen die Hilfeempfänger und die unverhältnismässig breite Zustimmung, die dafür noch geäussert worden ist, lassen nicht erwarten, dass wir auf friedlichem und vernünftigem Weg zu einer Wirtschaftsordnung finden, die für alle akzeptabel ist.
Also dann, lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Die Sätze für die Hilfeempfänger sollten drastisch gesenkt werden, mindestens 30 %, wie der Sachverständige Franz vorschlägt, besser noch in den Bereich, in dem unmittelbare Not beginnt, also Hungern und Frieren. Wir werden leicht Experten finden, die den dafür richtigen Satz wissenschaftlich ermitteln können.
Zugleich sollte von Staats wegen der Druck auf die Hilfeempfänger gesteigert werden. Sie müssen jeden auch noch so schlecht bezahlten Arbeitsplatz annehmen, und schon der blosse Verdacht, sie liessen es an Arbeitseifer mangeln, sollte den völligen Entzug von Hilfeleistungen rechtfertigen, zweckmässigerweise gleich für die ganze Bedarfsgemeinschaft, damit es keine Ausweichmöglichkeit für die Arbeitsunwilligen mehr gibt. Soweit Kinder betroffen sind, zeichnet sich die Lösung des Problems bereits ab. Man wird es erst mit Gutscheinen versuchen, und wenn sich dabei immer noch Missbrauch der Zuwendungen durch Eltern geben sollte, dann eben mit direkten und ausschliesslichen Naturalzuwendungen.
Natürlich gibt es tatsächlich keine Arbeitsplätze für derzeit mehr als 5 Millionen Arbeitslose. Das behauptet niemand, von ein paar Wirrköpfen abgesehen. Es gibt nicht einmal die 300.000 bis 350.000 zusätzlichen Arbeitsplätze, die die Sachverständigen im Gutachten zum Kombilohn grob geschätzt hatten. Dieser Umstand hindert jedoch nicht: Weder wird dadurch das Ziel verfehlt, die Ausgaben für die Hilfeempfänger deutlich zu reduzieren, noch der zu erwartende Nebeneffekt, dass durch den steigenden Angebotsdruck (immer mehr Leute sind zu immer niedrigeren Löhnen zu arbeiten verpflichtet) das allgemeine Lohnniveau deutlich gesenkt werden kann.
Wir wissen aus der reinen Wissenschaft, dass niedrige Löhne gut für die Wirtschaft sind. Zwar wird niemand mehr behaupten, steigende Unternehmensgewinne würden auch zu steigenden Investitionen und damit zu mehr Arbeitsplätzen führen, aber mit dem Argument des globalen Wettbewerbsdrucks sollte man noch eine Weile arbeiten können. Sinkende Löhne würden in der Exportwirtschaft wenigstens noch eine Weile die stark zurückgegangene Kapazitätsauslastung kompensieren und die bisher schon satten Unternehmensgewinne erhalten.
Zur Beschleunigung des Vorganges, mit dem eine angemessen Gliederung unserer Gesellschaft in ca. 15 % Gewinner und 85 % Verlierer erreicht werden wird, könnte man die zwölf Milliarden Euro, die sich aus der Kürzung der Hilfeleistungen jedenfalls kurzfristig als Ersparnis einstellen, als Gegenfinanzierung für die Herabsetzung des Spitzensteuersatzes in der Einkommenssteuer verwenden.
Die Beschleunigung dieses Prozesses, den wir seit knapp zwanzig Jahren quälend langsam durchlaufen, sollte das Ergebnis der nun beginnenden Diskussion über den Sozialstaat sein.
Allerdings sollten wir vorsichtshalber einige Wissenschaftler darum bitten, die Naturnotwendigkeit der Ereignisse glaubwürdig zu begründen, und zugleich den Widerstand gegen die Pläne Schäubles aufgeben, die Bundeswehr für den Einsatz im Inneren auszubilden und auszustatten.
Ein wenig Eile ist geboten - wenn die jetzigen Leistungsträger erst bemerken, dass die allgemeine weitere Absenkung des Lohnniveaus bei ihnen ankommt, könnte es an den notwendigen Mehrheiten für die Vollendung marktradikaler Freiheitsvorstellungen fehlen.
In diesem Zusammenhang sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß es sich beim Forum der FDP um ein moderiertes Forum handelt und für diese gilt, daß die Betreiber sich den Inhalt der Posts zu eigen machen, wenn sie diese veröffentlichen. Hier hilft der Hinweis darauf, daß es sich um die Meinung des Schreibenden handelt und man selber nicht dafür haftet nicht um einer rechtlichen Verfolgung zu entgehen.
Wir erinnern auch an den Beitrag der Sendung Panorama in der ARD, in der sich FDP Parteimitglieder über ALG II Empfänger ausdrücklich als Parasiten äußern. Die Demagogie des Herrn Westerwelle fällt anscheinend auf fruchtbarsten Boden.
http://daserste.ndr.de/panorama/media/panorama404.html
In keinem Fall erfolgte eine Distanzierung von Seiten der FDP Führung. Daher müssen wir davon ausgehen, daß es sich wohl um die offizielle Meinung der FDP handelt.
Dies würde die FDP auf die gleiche Stufe mit anderen verfassungsfeindlichen Organisationen stellen und nicht nur zwingend den sofortigen Rücktritt von Dr. Guido Westerwelle erforden, sondern letztendlich den kompletten Rückzug der FDP aus der Regierung. Desweiteren müßten sofortige Prüfungen von Seiten des Verfassungsschutzes eingeleitet werden.
Wir sind erschrocken über die Unverfrorenheit, mit der eine angeblich demokratische Partei sich offensichtlich faschistischen Gedankenguts bedient.
Siehe dazu auch: Grundlage eines neuartigen Pogroms?
Zeigen wir der FDP die rote Karte!
Ergänzung:
Wie wurden darauf aufmerksam gemacht, daß dieser Text des FDP Forums wohl eher sarkastisch bzw. als Satire zu sehen sei. Natürlich sehen wir das auch nicht wirklich anders. Wir haben bewußt im Stile Herrn Westerwelles argumentiert um zu zeigen, daß seine Form der Argumentation auf die FDP angewendet böse Folgen haben könnte. Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß man im Forum der FDP, wohlgemerkt einem moderierten Forum, diesen Beitrag stehen ließ, ohne sich inhaltlich zu distanzieren bzw. darauf aufmerksam zu machen, daß es sich wohl um Satire handelt. Der Inhalt ist nicht für alle Menschen als solche erkennbar und angesichts diverser Äußerungen Herrn Westerwelles auch durchaus als ernst gemeint mißverstehbar.
Desweiteren ist das Problem, daß man sich einer Meinung im Forum anschließt bzw. diese zu seiner eigenen macht, wenn man sie in so einem Fall nicht entfernt. Der Beitrag stand tagelang im Forum der FDP. Für normale Foren würde gelten, daß dies ab Kenntnis gilt. Bei moderierten Foren ist jedoch vorauszusetzen, daß die Kenntnis vorliegt. Gerade, wenn angesichts der heißen Debatten man damit rechnen muß, daß beleidigende, diffamierende oder hetzerische Beiträge mit großer Wahrscheinlichkeit eingehen könnten.
Aber, ob der Beitrag nun Satire war/ist oder nicht, an unserer Meinung, daß Herrn Westerwelle und seiner FDP die rote Karte gezeigt werden muß und es Zeit wird abzutreten, halten wir natürlich weiterhin fest, denn dafür gibt es eine endlose Zahl anderer Gründe.
Wobei wir unsere Kritik ausdrücklich nicht auf die Justizministerin, Frau Leutheusser-Schnarrenberger, ausdehnen, die wir sehr schätzen.
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