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Der blanke Horror: Zwischenbericht aus dem BMAS zur Planung weiterer Sozialsparmaßnahmen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Montag, den 26. Juli 2010 um 12:54 Uhr

Im Ge­gen­satz zur öf­fent­li­chen Dis­kus­sion geht es in den Spar­pa­pieren kei­nes­wegs "nur" um das SGB II, son­dern auch um Ein­glie­de­rungs­hilfen für Be­hin­derte, Leis­tungen für Klein­rentner und Er­werbs­ge­min­derte. Ein um­fas­sender An­griff aus die letzten Bas­tionen der Si­cher­heit auf eh schon nied­rigem Ni­veau in­ner­halb eines löch­rigen So­zialen Netzes, das kaum mehr taugt Men­schen in Not auch nur zeit­weise auf­zu­fangen.

Das immer wieder ge­nutzte Bild der So­zialen Hän­ge­matte der Mas­sen­me­dien dient einmal mehr dazu in der Öf­fent­lich­keit ein be­wußt fal­sches Bild zu zeichnen. Heute ist aus einem Si­cher­heits­netz ein mes­ser­scharfes Draht­seil ge­worden, auf dem hilfs­be­dürf­tige Men­schen über einen neo­li­be­ralen Ab­grund tau­meln, immer in Ge­fahr von einer Se­kunde zur an­deren dau­er­haft und mit schlimmsten Kon­se­quenzen ab­zu­stürzen.

Leider haben das bisher viele Be­trof­fene und deren An­ge­hö­rige nicht be­griffen oder haben sich mit der deut­schen Krank­heit Nummer Eins an­ge­steckt: Da kann man eh nichts ma­chen. Die ma­chen doch eh was sie wollen. Als Ein­zelner kann man doch so­wieso nichts än­dern. Aber all dies ist falsch und ge­fähr­li­cher Un­sinn.

Im Stil der sich selbs­t­er­fül­lenden Pro­phe­zeiung schwä­chen sich die Be­trof­fenen selbst, statt ge­meinsam ihren Pei­ni­gern das Leben schwer zu ma­chen. Foren, wie das ELO (Er­werbs­lo­sen­forum Deutsch­land) ei­gent­lich ge­schaffen, um Hilfs­be­dürf­tigen eine An­lauf­stelle zu geben, um Gleich­ge­sinnte zu einem mäch­ti­geren Block zu­sam­men­zu­führen, leisten leider in­zwi­schen ihren Teil dazu, echten Wi­der­stand in Deutsch­land zu­gunsten der neo­li­be­ralen Ver­fas­sungs­feinde zu ver­hin­dern. An­ders kann man es sich nicht er­klären, dass mehr und mehr die ak­tivsten und kom­pe­tentesten Mit­glieder be­schimpft, be­lei­digt, ver­grault werden. Selbst Dro­hungen bis zu Mord­dro­hungen sind vor­ge­kommen. Nach uns vor­lie­genden In­for­ma­tionen ist es sogar zu kör­per­li­chen Über­griffen gegen ein Fo­ren­mit­glied ge­kommen. Die Fo­ren­be­treiber schauen dabei nicht hilflos, son­dern scheinbar des­in­ter­es­siert zu.

Manchmal kann man sich des Ein­drucks nicht er­wehren, dass hinter dieser Igno­ranz Kalkül steckt, dass man gar keinen Er­folg haben will im Sinne der Be­trof­fenen, son­dern nur ähn­lich, wie die deut­schen Ge­werk­schaften eine Ecke schaffen wollte, in der die Leute ihre Wut los werden, damit sie diese nicht in Ak­tionen im "realen" Leben tragen können. In­ter­net­foren als Va­lium für das Volk.

Wie läßt sich sonst er­klären, dass Fach­leute aus den Foren ge­moppt werden, wäh­rend Ego­manen teils be­wußt, teils un­fähig in schwie­rigen so­zialen Pro­blemen fal­sche In­for­ma­tionen posten oder ständig wich­tige Dis­kus­sionen mit dummen Kom­men­taren ver­hin­dern, Vor­schläge für mäch­tige Ak­tionen so­fort zer­redet und lä­cher­lich ge­macht werden?

Ge­rade jetzt an­ge­sichts der neuen Sparwut der Re­gie­rung wäre es so wichtig mit starkem Zu­sam­men­halt und macht­vollen Ak­tionen zu zeigen, dass es so nicht wei­ter­geht und man die stän­digen An­griffe auf den So­zi­al­staat, ja auch auf die Wur­zeln der deut­schem De­mo­kratie nicht mehr be­reits ist hin­zu­nehmen.

Im Zu­sam­men­hang sei als Bei­spiel auf ein Er­eignis der ame­ri­ka­ni­schen Ge­schichte ver­wiesen, den be­kannten Marsch auf Wa­shington im Jahr 1963, an dem rund 250.000 Men­schen teil­nahmen. Wann kommt es zum ge­walt­freien Marsch auf Berlin? Wann kon­fron­tieren die Bürger dieses Landes die lob­by­is­ten­hö­rigen Po­li­tiker end­lich mit ihrem Zorn und erin­neren diese an ihren Amtseid sich zum Wohle des deut­schen Volkes ein­zu­setzen?

Viele Mil­li­arden sind so­fort zur Ver­fü­gung, wenn es um die Ret­tung ma­roder Banken und von un­fä­higen Ma­na­gern her­un­ter­ge­wirt­schaf­teten Un­ter­nehmen geht. Braucht aber ein Hilfs­be­dürf­tiger Mensch eine Haus­halts­hilfe, eine neue Brille, Me­di­ka­mente, dann wird so­fort mit leeren Kassen ar­gu­men­tiert.

Es ist höchste Zeit etwas zu un­ter­nehmen, denn längst ist es nicht mehr 5 vor 12, son­dern be­reits 5 nach 12.

Wir emp­fehlen die ge­naue Lek­türe des im An­hang be­find­li­chen Zwi­schen­be­richts, auch wenn er sehr um­fang­reich und nicht immer sehr an­ge­nehm zu lesen ist. Zur Dis­kus­sion stellen wir für re­gis­trierte User ein Forum zur Ver­fü­gung.

Siehe hierzu auch:

www.gegen-hartz.de/nach­rich­te­nue­ber­hartziv/vdk-warnt-vor-ab­schaf­fung-der-ren­ten­ga­rantie-619.php

www.gegen-hartz.de/nach­rich­te­nue­ber­hartziv/hartz-iv-drohen-neue-zwangs­um­zuege-1829.php

 www.su­ed­deut­sche.de/wirt­schaft/hartz-iv-woh­nungen-so­zi­al­po­litik-auf-qua­drat­me­tern-1.979054

www.su­ed­deut­sche.de/wirt­schaft/plaene-zu-hartz-iv-woh­nungen-wer-wenig-hat-dem-wird-ge­nommen-1.979099

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 27. Juli 2010 um 11:34 Uhr
 

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