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Loveparade Duisburg: Besucherzählung im Internet PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Andreas Klamm-Sabaot, Journalist   
Montag, den 26. Juli 2010 um 18:15 Uhr

Duis­burg. 26. Juli 2010. Nach dem schweren Un­glück bei dem am Samstag, 19 Men­schen ge­tötet und wie in­zwi­schen nach oben kor­ri­giert 511 Men­schen ver­letzt wurden, ist ein of­fener Kon­flikt über die Be­su­cher-Zahlen der Love­pa­rade in Duis­burg ent­standen. In Dort­mund sollen es rund 1,6 Mil­lionen Men­schen ge­wesen sein, in Essen bis zu 1,2 Mil­lionen Men­schen, die die Love­pa­rade in den Vor­jahren be­suchten. Ver­wun­de­rung und Zweifel sind bei den Be­su­chern ent­standen, dass jetzt bei der Love­pa­rade nur noch rund 150000 Men­schen sich für das Techno-Tanz-Fes­tival in­ter­es­siert haben sollen. Na­tur­gemäß schwanken die Zahlen der Be­su­cher etwas, auch bei den sonst üb­li­chen Schät­zungen der Po­lizei, die es in Duis­burg, zwei Tage nach der Ka­ta­strophe wei­terhin nicht gibt. In der Regel zählen, Ver­an­stalter und die Po­lizei schätzt die Zahl der Be­su­cher. Erst jetzt wird nach und nach das volle Ausmaß der Ka­ta­strophe in Duis­burg in kleinen Puz­zeln be­kannt. Die Zahl der ver­letzten Men­schen wurde von der Staats­an­walt­schaft auf 511 Men­schen nach oben kor­ri­giert.

Der stell­ver­tre­tende Po­lizei-Prä­si­dent der Stadt Duis­burg sprach in einer Presse-Kon­fe­renz von rund 150.000 Be­su­chern. Etwas mehr als 105.000 Men­schen seien mit der Deut­schen Bahn an­ge­reist. Das seien die ein­zigen be­last­baren Zahlen. Die Men­schen wün­schen sich Auf­klä­rung und daher findet jetzt eine BE­SU­CHER-Zäh­lung von Teil­neh­mern und Teil­neh­me­rinnen der Love­pa­rade 2010 in Duis­burg im In­ternet statt. Be­su­cher und Be­su­che­rinnen der Love­pa­rade in Duis­burg werden ge­beten an der Zäh­lung der Love­pa­rade in Duis­burg im In­ternet teil­zu­nehmen bei http://www.love­pa­ra­dera­ver­count.de

Be­ob­achter in­ter­na­tio­naler Me­dien machten darauf auf­merksam, dass auch eine Zäh­lung und wei­tere Schät­zungen mit­tels Fotos, Luft-Bild-Auf­nahmen und Fernseh-Auf­nahmen mög­lich sein könnten. Der Vor­teil an diesem Ver­fahren: Bei der Love­pa­rade waren zahl­reiche Fernseh-Sta­tionen vor Ort, die zum Teil ei­ner­seits live aus Duis­burg über­tragen haben und zum an­deren auch Fernseh-Auf­nahmen und Fotos pro­du­zierten.

Ge­nauere Zahlen und Hin­weise soll jetzt auch die Zäh­lung im In­ternet lie­fern. Daher werden Be­su­cher und Be­su­che­rinnen der Love­pa­rade 2010 in Duis­burg ge­beten, an der Zäh­lung teil­zu­nehmen, um näher an die Wahr­heit und die wahren Be­su­cher­zahlen ge­langen zu können. Auf der Seite ist auch ein vir­tu­elles Kon­do­lenz-Buch zu finden.

Die Ak­ti­visten in­for­mieren auf der Zähl-Seite zur Love­pa­rade in Duis­burg: „Der stell­ver­tre­tende Po­li­zei­prä­si­dent hat auf der Pres­se­kon­fe­renz be­hauptet, dass nur ca. 150.000 Be­su­cher auf der Love­pa­rade 2010 in Duis­burg waren ! Das kann nie­mand glauben, der dabei ge­wesen ist ! Helft mit die ge­nauen Zahlen zu er­mit­teln und die Be­su­cher zu zählen !“

Zwei Tage nach der Ka­ta­strophe bei der Love­pa­rade in der Folge einer Mas­sen­panik bei der 19 Men­schen, ins­ge­samt 11 Frauen und acht Männer ge­tötet wurden, werden immer noch weit mehr als 1000 Men­schen ver­misst. Die Po­lizei bittet die Be­völ­ke­rung und An­ge­hö­rige um Hin­weise bei den Te­le­fon­num­mern: 0203 / 280 – 4125, – 4128 und – 4526.

Ur­sprüng­lich wurden nach Be­kannt­werden der Ka­ta­strophe weit mehr als 2000 Men­schen als ver­misst ge­meldet. Die Hälfte der Ver­missten-Mel­dungen konnte die Po­lizei be­reits auf­klären. Es komme ab und an vor, dass An­ge­hö­rige ver­gessen, ver­misste Per­sonen bei der Po­lizei zu melden, wenn diese si­cher zu­hause an­kommen und damit nicht mehr ver­misst werden. An­ge­hö­rige sollten daran denken ur­sprüng­lich ver­misste Men­schen der Po­lizei zu melden, wenn diese wieder ge­funden werden.

Ein Kon­do­lenz-Buch für Bei­leids-Be­kun­dungen liegt auch in der Stadt Duis­burg aus.

Die So­zi­al­de­mo­kra­ti­sche Partei (SPD) in Duis­burg er­klärt auf der In­ternet-Seite der Partei: „Die Duis­burger SPD trauert um die Toten auf der Love­pa­rade. SPD-Chef Ralf Jäger stellte sich mit dem stell­ver­tre­tenden Frak­ti­ons­vor­sit­zenden im Rat, Jürgen Brandt und MdB Jo­hannes Pflug an die Seite der Trau­ernden. „Wir ver­harren in stillem Ge­denken an die Ver­stor­benen und sind in Ge­danken voller An­teil­nahme bei den Fa­mi­lien und Freunden. Der Re­spekt ge­bietet, dass alles an­dere hinter dieser An­dacht zu­rück stehen muss. Un­sere Sorge gilt den Ver­letzten, die sich noch in den Kran­ken­häu­sern be­finden.“

Man sei fas­sungslos be­tonte Ralf Jäger und be­stürzt über die Ge­scheh­nisse. Die Men­schen hätten un­vor­stell­bare Bilder des Grauens sehen müssen.

Dank an die Ret­tungs­kräfte

Die SPD in Duis­burg dankte den Ret­tungs- und Si­cher­heits-Kräften, die alles Mög­liche getan hätten, um den ver­letzten Men­schen zu helfen.

Die stell­ver­tre­tenden Frak­tions-Vor­sit­zenden, Her­bert Eick­manns und Elke Patz, , for­derten die lücken- und rück­sichts­lose Auf­klä­rung der Vor­gänge und Ver­ant­wort­lich­keiten. Be­reits am Samstag hat auch Bun­des­prä­si­dent Dr. Chris­tian Wulff die „Rück­halt-lose“ Auf­klä­rung der Er­eig­nisse ge­for­dert, die zu der schweren Ka­ta­strophe mit 19 ge­tö­teten Men­schen und 511 ver­letzten Men­schen in Duis­burg führen konnten. „Ins­be­son­dere die Ge­rüchte um ver­meint­liche vor­he­rige War­nungen wollen wir auf­ge­klärt wissen.“ Beide be­tonen, dass sie kaum zu glauben ver­mögen, dass solche War­nungen aus Si­cher­heits­kreisen nicht be­achtet worden wären. „Für uns wäre das ein Skandal.“, in­for­mierten die SPD-Po­li­tiker.

SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­neter Jo­hannes Pflug, Mit­glied des Po­li­zei­bei­rates, habe um­ge­hend eine Son­der­sit­zung des Duis­burger Po­li­zei­bei­rates be­an­tragt. Er will so zügig zur Auf­klä­rung bei­tragen. Die SPD be­tont be­son­ders, dass es sich bis zum Zeit­punkt des Un­glücks um eine fried­liche Ver­an­stal­tung ge­han­delt hat. Die jungen Men­schen seien in vielen Be­rei­chen sehr dis­zi­pli­niert ge­wesen. Nach dem Un­glück hätten viele Be­su­cher auch den Ret­tungs­kräften ge­holfen.

Die Vor­sit­zenden der Grünen-NRW, Mo­nika Düker und Sven Leh­mann er­klärten zur Ka­ta­strophe bei der Love­pa­rade in Duis­burg:

“Mit Be­stür­zung und Trauer er­füllt uns die Nach­richt über die Ka­ta­strophe in Duis­burg bei der Love­pa­rade. Junge Men­schen, die eine aus­ge­las­sene Party feiern wollten, wurden zu Op­fern einer Tra­gödie rie­sigen Aus­maßes. Un­sere An­teil­nahme gilt den An­ge­hö­rigen der ums Leben ge­kom­menen Men­schen. Den vielen Ver­letzten und trau­ma­ti­sierten Op­fern wün­schen wir bal­dige Ge­ne­sung und Ver­ar­bei­tung des Er­lebten. Dazu müssen sie die not­wen­dige Un­ter­stüt­zung er­halten.

Aber es muss auch mit der Auf­klä­rung der Vor­fälle be­gonnen werden. Die Frage steht im Raum, ob im Vor­feld von den Ver­ant­wort­li­chen alle not­wen­digen Maß­nahmen er­griffen wurden, um eine si­chere Ver­an­stal­tung durch­führen zu können. Die Straf­ver­fol­gungs­be­hörden sind jetzt am Zug, um die Ur­sa­chen der Ka­ta­strophe auf­zu­klären. Da­nach müssen die er­for­der­li­chen Kon­se­quenzen auch im Hin­blick auf zu­künf­tige Groß­ver­an­stal­tungen dieser Art ge­zogen werden.”

 

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 26. Juli 2010 um 22:23 Uhr
 

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